Fortbildung zum Thema „Apraxie“

Thema: „Diagnostik und Therapie der Sprechapraxie“

Datum: 19.04.2013-21.04.2013 in Köln

 

Die Sprechapraxie ist eine artikulatorische Störung, bei der die sprechmotorische

Programmierung beeinträchtigt ist.

Die Sprechapraxie ist eine Folge vaskulärer Erkrankungen mit einer unilateralen Läsie in der

sprachdominanten Hemisphäre. Sprechapraxie kann auch bei Erkrankungen mit Schädel-Hirn-Trauma, Tumoren oder degenerativen Erkrankungen auftreten.

Für die Logopädie ist es wichtig zu wissen, dass es kaum Patienten mit isolierter,

reiner Sprechapraxie gibt. Es liegt fast immer eine Aphasie vor, oft auch eine Dysarthrie.

Durch eine spezifische Sprechapraxietherapie kann man eine Verbesserung der

sprechmotorischen Fertigkeiten erreichen. Die Aufgabenstellungen wären hier bspw.:

direktes Nachsprechen, Mitsprechen, lautes Lesen. Lückensatzübungen, Bildbeschreibungen etc. Häufiges Wiederholen ist hier ein wichtiger Aspekt des motorischen Lernens.

„Poltern – die etwas andere Kommunikationsstörung: Diagnostik und Therapie von Kindern und Erwachsenen“ am 17./18. Dezember 2010 in Köln

Inhaltliche Schwerpunkte des Seminars waren die Diagnostik und die Therapie von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Ausführlich behandelt wurde die Differentialdiagnostik  Stottern – Poltern, die Diagnostik mit Kindern und Erwachsenen und mehrdimensionale Therapiekonzepte für Kinder und Erwachsene.

Poltern ist eine Störung des Redeflusses, bei der der Redner nicht oder nicht ausreichend in der Lage ist, seine Sprechgeschwindigkeit den derzeitigen syntaktischen oder phonologischen Anforderungen anzupassen. Die für das Stottern typischen Verkrampfungen der Sprechmuskulatur treten nicht auf und das Störungsbewusstsein ist oft weniger stark ausgeprägt als beim Stotterer.

Poltern kann auch im Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen auftreten, z.B. bei multipler Sklerose oder nach Hirnstamminfarkten.

Kernsymptome für die Diagnose Poltern sind:

·Eine hohe Frequenz von normalen Unflüssigkeiten

·Fehler in der Wortstruktur, der Prosodie oder der Pausensetzung

Unterschieden werden syntaktisches Poltern (Wort- und Satzteilwiederholungen, Interjektionen) und phonologisches Poltern (phonetische Auffälligkeiten).

Im Seminar behandelt wurden verschiedene Diagnostikschritte. Für die Arbeit in der Praxis relevant waren das Erlernen von Entspannungsmethoden, Übungen zu den verschiedenen Therapiebereichen (Sprechtempo, Sprechpausen, Phonetik, Formulierung, Prosodie, Intention, Kommunikation und Pragmatik). Intensiv behandelt wurden weiterhin Methoden zur Identifikation, Desensibilisierung und Modifikation sowie zur Generalisierung und zum Transfer.

Da Poltern sowohl bei jüngeren- als auch bei Schulkindern häufig zur Begleitsymptomatik einer Sprachentwicklungsstörung gehört, wird uns Therapeuten dieses Störungsbild in der Praxis immer wieder begegnen.

"Betrachtung der Füße und Hände im Zusammenhang mit dem orofazialen Komplex" am 05. Dezember 2010 in Köln

Ausführlich behandelt wurde die Entwicklung der Hand- und Fußmotorik. Da die Entwicklung der Hand- und Fußmotorik nicht als isolierter Prozess zu betrachten ist, wurde auch auf das Zusammenwirken mit der Entwicklung der Aufrichtung, des Rollens, Robbens, Krabbelns, Stehens und Laufens eingegangen. 

Besprochen wurden ebenfalls die vorgeburtlichen Entwicklungsschritte als Basis zum Essen, Trinken und Sprechen und die Entwicklung der frühkindlichen Nahrungsaufnahme.

Praxisorientiert haben wir verschiedene Prüfverfahren zur Hand- und orofazialen Sensomotorik selbst ausgetestet. Wir haben gelernt, wie man die seriale Motorik der Hände, die Bewegungsfolgen der Finger, die Bewegungssequenzen im Gesichtsbereich und die seriale Motorik prüft. 

Ein Schwerpunkt war das praktische Üben an Händen und Füßen nach Castillo Morales. Weiterhin eingegangen wurde auf die physiologische Entwicklung der Laute und auf verschiedene Methoden der Lautanbahnung.

Nach meinen Erfahrungen in der Praxis stellt die Arbeit an Händen und Füßen eine wertvolle Unterstützung und Bereicherung der sprachtherapeutischen Arbeit dar. Die Übungen werden von den Kindern und Eltern gut angenommen. Insbesondere bei Kindern mir deutlich hypotoner (schlaffer) Mundmuskulatur (z.B. bei Down-Syndrom) kann die korrekte Zungenruhelage gut unterstützen.

Fortbildung zum Thema "Demenz"

Die Anzahl der Patienten mit Demenzen wird zukünftig kontinuierlich zunehmen. Neben der Alzheimer Krankheit gibt es die Semantische Demenz, die Primär Progressive Aphasie und die Frontotemporale Demenz, die alle mit sprachlichen Beeinträchtigungen einhergehen.


Demenzen können auch im Rahmen anderer Erkrankungen, z.B. bei Chorea Huntington und bei Morbus Parkinson auftreten.

Zu den therapeutischen Konzepten bei demenzbedingten Sprachstörungen werden zunehmend die Sprachtherapie und die Angehörigenberatung gehören. Nach neuen internationalen Therapiestudien scheint die systemorientierte sprachtherapeutische Behandlung eine gewisse Stabilisierung zu bewirken. Die Therapie muss stadienspezifisch gestaltet sein, Angehörige einbeziehen, alltagsnah sein und den Krankheitsverlauf berücksichtigen. In späteren Stadien kann zudem eine Dysphagietherapie (Therapie von Schluckstörungen) erforderlich sein.

Ich persönlich habe bereits mit Demenzpatienten gearbeitet und dabei sehr positive Erfahrungen gemacht.

Eine gelöste und freundliche Atmosphäre während der Sprachtherapie förderten das Erinnerungsvermögen an die geübten sprachlichen Wortschatzfelder deutlich.

Nach meiner Erfahrung kann der Sinn für Humor, Ironie und feinen Sprachwitz bei dementen Patienten sehr lange erhalten bleiben. Für die Einzeltherapie gibt es kein spezifisches Therapiematerial. Wenn man aber etwas kreativ ist und auch den Alltag und Interessen des Patienten mit Demenz berücksichtigt, kann man sich problemlos geeignetes Therapiematerial (auch aus der Aphasietherapie) zusammenstellen.

Zusätzliche Informationen