„Poltern – die etwas andere Kommunikationsstörung: Diagnostik und Therapie von Kindern und Erwachsenen“ am 17./18. Dezember 2010 in Köln

Inhaltliche Schwerpunkte des Seminars waren die Diagnostik und die Therapie von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Ausführlich behandelt wurde die Differentialdiagnostik  Stottern – Poltern, die Diagnostik mit Kindern und Erwachsenen und mehrdimensionale Therapiekonzepte für Kinder und Erwachsene.

Poltern ist eine Störung des Redeflusses, bei der der Redner nicht oder nicht ausreichend in der Lage ist, seine Sprechgeschwindigkeit den derzeitigen syntaktischen oder phonologischen Anforderungen anzupassen. Die für das Stottern typischen Verkrampfungen der Sprechmuskulatur treten nicht auf und das Störungsbewusstsein ist oft weniger stark ausgeprägt als beim Stotterer.

Poltern kann auch im Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen auftreten, z.B. bei multipler Sklerose oder nach Hirnstamminfarkten.

Kernsymptome für die Diagnose Poltern sind:

·Eine hohe Frequenz von normalen Unflüssigkeiten

·Fehler in der Wortstruktur, der Prosodie oder der Pausensetzung

Unterschieden werden syntaktisches Poltern (Wort- und Satzteilwiederholungen, Interjektionen) und phonologisches Poltern (phonetische Auffälligkeiten).

Im Seminar behandelt wurden verschiedene Diagnostikschritte. Für die Arbeit in der Praxis relevant waren das Erlernen von Entspannungsmethoden, Übungen zu den verschiedenen Therapiebereichen (Sprechtempo, Sprechpausen, Phonetik, Formulierung, Prosodie, Intention, Kommunikation und Pragmatik). Intensiv behandelt wurden weiterhin Methoden zur Identifikation, Desensibilisierung und Modifikation sowie zur Generalisierung und zum Transfer.

Da Poltern sowohl bei jüngeren- als auch bei Schulkindern häufig zur Begleitsymptomatik einer Sprachentwicklungsstörung gehört, wird uns Therapeuten dieses Störungsbild in der Praxis immer wieder begegnen.

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